Spezialkatalog Afrika 2015

15. März 2015 um 9:06 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren,
nach einem sehr interessanten 2.Salon im Antiquariat Kainbacher mit 2 tollen Vorträgen und zahlreichem Besuch, darf ich Ihnen meinen neuen Afrika-Katalog präsentieren.
Auf beinahe 100 illustrierten Seiten finden Sie viele Klassiker der Entdeckungsgeschichte Afrikas, aber auch zahlreiche seltene Schriften zur Kolonialisierung und Missionierung.

Sie finden den Katalog unter der Rubrik Kataloge in pdf-Format.

Anbei darf ich eine Rezension des Katalogs von Frank Werner (ehemals Leiter des Brockhaus Antiquariums) beifügen.


„Im Herzen Afrikas“
Ein herausragender Katalog des Antiquariates Kainbacher
Von Frank Werner

Es kommt nicht alle Tage vor, daß einem alten Antiquar ein Katalog in die Hände kommt, bei dessen Durchblättern er neidvoll denkt: „Den hätte ich auch gerne gemacht.“ Der Katalog „Im Herzen Afrikas“, den Paul Kainbacher soeben vorgelegt hat, ist ein solcher.

Schon die Aufmachung ist großzügig, der Katalog kommt im Quart-Format daher. Fast jedes Stück des Inhaltes ist farbig illustriert. Man hat auf die sonst übliche Nummerierung der Titel verzichtet, auch hält man sich sonst nicht an die starren Normen, die viele Kataloge auch heute noch prägen: Der Satz springt von einspaltig auf zweispaltig und zurück, was aber nicht unruhig, sondern dynamisch wirkt. Gut, das sind Äusserlichkeiten, der Inhalt zählt. Aber trotzdem, das macht Laune, das macht neugierig!

Ja, und der Inhalt, der hat’s in sich. Kainbacher hat mit Fleiß und sehr kenntnisreich fast alles zusammengetragen, was wichtig und rar ist um das Thema Afrika. Soweit verfügbar, bietet er deutsche Übersetzungen an.

Was mir persönlich besonders gefällt, ist, daß er auch entlegene Kleinschriften anbietet, z.B. „Adler, Afrikas Leiden und Zerfall durch den Islam.“ Für 25.--. Überhaupt ist für jeden Geldbeutel, jeden Geschmack und jedes Teil des großen, dunklen Kontinentes gesorgt. Die Beschreibungen der günstigeren Bücher sind kurz gehalten, Paul Kainbacher geht davon aus, daß die Sammler um die Bedeutung der Standardwerke wissen.

Nun aber zum Inhalt, besonders zu den Highlights. Ich weiß kaum, wo ich beginnen soll. Schon der zweite Eintrag ist etwas besonderes, es handelt sich um den Teilnachlaß des Generalbevollmächtigten der Deutschen Ostafrikanischen Gesellschaft, Carl Ebenau. Dieser umfaßt Originalphotographien, Visitenkarten und ca. 150 Geschäftsbriefe. (5,500,--). Selten zu finden ist auch das Werk „Die Insel Reunion (Bourbon) im Indischen Ozean. Eine geologisch-petrographische Studie ...“ von Freiherr Drasche von Wartinberg, einem österreichischen Geolgen (7,500,--). Eins der schönsten Tafelwerke über Afrika ist zweifellos Harnier’s „Reise am oberen Nil“ welches, oft sehr fleckig, hier in gutem Zustand und im Originaleinband angeboten wird (14,000,--).

Ganz bemerkenswert sind jedoch die Werke des österreichischen Marineoffiziers, Afrikaforschers und Geographen Ludwig Ritter von Höhnel, der die große Teleki’sche ins Innere von Afrika begleitete. Es beginnt mit dem als Manuskript gedruckten Werk „Bergprofil Sammlung während Graf S. Telekis Afrika Expedition 1887-88“ mit vielen gefalteten Profiltafeln (19,000,--). Höhnel reiste später mit dem Amerikaner W. A. Chanler nach Kenia. Von dieser Reise künden zwei einzigartige Konvolute: Eine Sammlung von 53 Photographien, aufgenommen um 1892-1905, während seiner Reisen. Das andere Konvolut enthält Briefe von der Chanler-Höhnel Expedition in Ostafrika 1892 und weitere Korrespondenzen an und von Höhnel (jedes Konvolut 25,000.--). Ein einzigartiger Einblick in das Leben und Werk eines bedeutenden österreichischen Reisenden.

Bekannter ist das schöne Werk von Peter Kolb „Caput Bonei Spei Hodiernum (1719)“, welches das Kap der Guten Hoffung und die Hottentotten dort beschreibt, ein echter Klassiker der Afrika Literatur. (11,000,--). Das frühe Afrika Schrifttum ist vertreten durch Montalboddo’s „Newe unbekanthe landte Und ein newe weldte in kurtz verganger zeythe erfunden (Nürnberg 1508). Das Werk enthält die Schilderung der ersten Umrundung Afrika’s durch Vasco da Gama, sowie andere epochale Reisebeschreibungen. (250,000,--).
Als letztes sei erwähnt das großartige, in sechs mächtigen Foliobänden daher kommende Werk von David Roberts „The Holy Land, Syria, Idumea, Arabia Egypt & Nubia“. Verschwenderisch illustriert mit über 250 getönten, bzw. kolorierten Lithographien. „ ... one of the most important and elaborate ventures of nineteenth-century publishing ...“ (115,000,--).

Über dieser Schilderung von Raritäten und Rarissima verliert man leicht aus dem Blick, daß der Katalog noch vieles mehr enthält, daß das Sammlerherz höher schlagen läßt. Mein Rat also: Bestellen Sie den Katalog, bestellen Sie aus dem Katalog. Ihre Sammlung wird es Ihnen danken!

Wenn Sie Mitte März in Wien sein sollten, und sich für die oben beschriebenen Werke interessieren, so sollten Sie unbedingt Paul Kainbacher’s Bibliophilen Salon am 14. März besuchen. Nicht nur werden dort die Bücher selbst gezeigt, sondern der Antiquar konnte zwei Koryphäen der Afrika-Forschung zu Vorträgen einladen. Professor Walter Sauer, Leiter des Dokumentationszentrums südliches Afrika in Wien, wird einen Vortrag mit dem launigen Titel „Durch’s dunkle Österreich. Heimische Aktivitäten in Afrika hinterließen Spuren“ halten.

Ihm folgt Michael Zach, Professor am Institut für Afrikawissenschaft der Universität Wien. Der Titel seines Vortrages lauter „Österreichische Forscher und Missionare in Nordost-Afrika im 19. Jahrhundert.“

Paul Kainbacher geht, wie wir sehen, auf eigentlich bekanntem Terrain neue Wege mit neuen Impulsen zu einem alten Thema. Sein Katalog ist eine wohlgeordnete Fundgrube, begleitet von kenntnisreichen Vorträgen. Und sollte ein neugieriger Leser bildungsbürgerlich fragen: „Quid novi ex Africa?“ kann ich getrost antworten: „Der Kainbacher ist’s!“


Antiquariat Dr. Paul Kainbacher
Eichwaldgasse 1
A-2500 Baden Austria
www.antiquariat-kainbacher.at
paul.kainbacher@kabsi.at
Tel.: +43 (0)699 11019221

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