4.Bibliophiler Salon: Österreicher im Orient. Fotografien, Reisen und Ausgrabungen

13. Oktober 2015 um 20:30 Uhr

Der Bibliophile Salon im Antiquariat Kainbacher

28. November 2015:
Österreicher im Orient
Fotografien, Reisen und Ausgrabungen

Anmeldung für den Bibliophilen Salon:
Tel.: 0699-11019221 oder
paul.kainbacher@kabsi.at
www.antiquariat-kainbacher.at

Vorschau
April 2016:
Joseph Conrads Herz der Finsternis und österreichische Forscher in Zentralafrika
Oscar Baumann´s Fotografien aus Zentral- und Ostafrika


28. November 2015:
Österreicher im Orient
Fotografien, Reisen und Ausgrabungen


1.Vortrag 17:00:
Dr. Monika Faber

Inszenierung in Kairo:
Ein Besuch österreichischer Künstler in Ägypten 1875/76

Monika Faber
studierte Kunstgeschichte und Klassische Archäologie. Ab 1979 am Museum moderner Kunst in Wien tätig, kuratierte sie vor allem Ausstellungen zur modernen und zeitgenössischen Fotografie. 1999 bis 2011 Leiterin der neugegründeten Fotoabteilung der Albertina. 2011 Gründungsdirektorin des Photoinstitut Bonartes, einem Forschungsinstitut mit Schwerpunkt historische Fotografie in Mitteleuropa. Zahlreiche Ausstellungen und Publikationen zur Fotogeschichte.


Inszenierung in Kairo
Leopold Carl Müller, damals bereits der anerkannte österreichische Orientalismus-Maler, bemühte sich eine größere Gruppe Künstler und Kunstfreunde zu einer Reise nach Kairo zu überreden. 1875 hatte er endlich Erfolg, möglicherweise weil sein Freund Hans Makart eben an einem Porträt der Charlotte Wolter in der Rolle der Cleopatra arbeitete und sich von einem Aufenthalt dort zusätzliche Inspiration erhoffte. In den Nachlässen der Künstler haben sich zahlreiche Fotografien erhalten. Selbstverständlich haben auch sie auf den blühenden einheimischen Fotomarkt zurückgegriffen und von altägyptischer Kunst bis zu zeitgenössischen „Typen“ alles gesammelt, was verfügbar war. Doch unter ihrer eigenen Regie wurden reihenweise ungewöhnliche Inszenierungen aufgenommen – sowohl der Künstlermodelle als auch der Reisenden selbst.


2. Vortrag 19:00:
Leopold Kremser und Ass. Prof. Dr. Hubert Szemethy

Reisen nach Kleinasien: Zu den ersten österreichischen archäologischen Expeditionen ab dem ausgehenden 19. Jahrhundert

Ass. Prof. Dr. Hubert Szemethy:
als Klassischer Archäologe dem Institut für Alte Geschichte und Altertumskunde, Papyrologie und Epigraphik dienstzugeteilt. Forschungsschwerpunkte: Wissenschaftsgeschichte (Klass. Archäologie), antike Agonistik, internationaler Kulturgüterschutz

Leopold Kremser
Technische Positionen in den Firmen Digital Equipment Corporation (DEC), Raiffeisen Zentralbank, diverse IT-Tochterunternehmen der Bank Austria / Unicredit. Derzeit Project Portfolio Manager bei Value Transformation Services – an IBM subsidiary. Regelmäßig private Bildungsreisen in Kleinasien auf den Spuren historischer Berichte.



Summary:
Viele Männer und ein Ziel: Die ersten archäologischen Unternehmungen Österreichs im Ausland

Kurz nach den österreichischen Ausgrabungen in Samothrake (1873 und 1875) unter dem ersten Lehrstuhlinhaber für Klassische Archäologie an der Wiener Universität, Alexander Conze, plante dessen Nachfolger Otto Benndorf eine archäologische Unternehmung nach Karien und Lykien. Diese gipfelte im Jahre 1882 in der Erwerbung des sog. Heroons von Trysa, eines über und über mit Reliefs geschmückten Grabbaus in der lykischen Bergwelt, das sich heute im Besitz des Kunsthistorischen Museums befindet.
Angeregt durch Benndorf organisierte Karl Graf von Lanckoroński Forschungsreisen nach Kleinasien, an denen unter anderem George Niemann und Felix Ritter von Luschan teilnahmen und die er 1890 und 1892 als „Städte Pampyhliens und Pisidiens“ veröffentlichte.
Die dritte Forschungswelle in Kleinasien wurde 1902 durchgeführt. Heinrich Swoboda, Julius Jüthner, Fritz Knoll und Professor Karl Patsch untersuchten die antiken Landschaften Lykaonien, Isaurien und Ost-Pamphylien hin auf antike und epigraphische Artefakte.

Die Vortragenden werden die Geschichte dieser Expeditionen darlegen und in ihren Ausführungen auf die kulturpolitischen Hintergründe, die Methoden der Forschungsunternehmungen, das reiche auf uns gekommene Dokumentationsmaterial (Zeichnungen, Fotografien, Tage- und Skizzenbücher, Karten etc.) und die Bedeutung dieser Expeditionen für weitere Forschungen eingehen.


Das Antiquariat Kainbacher bietet alte und vergriffene Bücher aus allen Wissensgebieten an. Meine Spezialgebiete sind seltene Bücher und alte Drucke zu Reisen vergangener Tage sowie zu Forschungsexpeditionen und Naturwissenschaften in früheren Zeiten. Ein weiteres Gebiet stellen alte Photographien dar - auch diese auf Reisen in den vergangenen Jahrhunderten, fremde Länder und damals exotische Kulturen fokussiert.

Meine neuesten Kataloge finden Sie auf:
www.antiquariat-kainbacher.at

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